Anemometer

In der Januarausgabe 2021der ct:make fanden wir die Baubeschreibung eines Windstärkemessgeräts (Anemometer) für das Handy. Klar, dass wir das ausprobiert haben.

Die benötigten Einzelteile waren auf unserem Ender3 flugs gedruckt. Die Windflügel ließen sich problemlos in die Drehachse stecken und hielten fest. Für die Lagerung der Drehachse besorgten wir uns Messnadeln, wie sie in der Elektronikfertigung zum automatisierten Testen von Schaltungen benutzt werden. Diese Testnadeln besitzen einen Durchmesser von 0,6mm und haben auf einer Seite eine gefederte Nadel, mit deren Hilfe sich die Drehachse in den Rahmen einpassen lässt. Das Gegenlager besteht aus einem abgesägten Kreuzschlitz-Schraubkopf, der in den Rahmen geklebt wurde.

Als Sensor wird bei diesem Cleveren Aufbau der Magnetfeldsensor des Handys benutzt. Dazu sind zwei Magneten in der Achse angebracht, die sich durch den Wind angetrieben vor dem Magnetfeldsensor drehen. Aus der Rotationsgeschwindigkeit berechnet die Handyapp, die es im Play-Store zum kostenlosen download gibt, die Windgeschwindigkeit. An die Eichung müssen wir uns demnächst noch machen.

Arretiert wird das Anemometer durch einen Haken an einem Gummi. Je nach Handy ist der Magnetfeldsensor an einer andern Stelle im Handy verbaut. Durch die einfache Befestigung ist es aber möglich den Ort leicht ausfindig zu machen und das Anemometer an die richtige Stelle zu schieben.

Hier ein kleines Video, das die Funktionstüchtigkeit des Aufbaus und der Software zeigt.

Über Wolfgang Lormes

Ich bin Diplomphysiker und Lehrer für Physik und Mathematik am Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasium in Kulmbach. Dort bin ich auch der MINT-Beauftragte, betreue die Robotik AG und das MGF-Lab, bin Fachbetreuer für Physik und Sammlungsleiter sowie der Stahlenschutzbeauftragte und führe eine Junior-Ingenieur-Akademie der Deutsche Telekom Stiftung.

Kommentare sind geschlossen.