Mainleuser Carnevals Club

Gegen Ende des Schuljahres wurden wir gefragt, ob wir dem Mainleuser Carnevals Club helfen könnten. Dem Zeremonienmeister sei das obere Stück seines Zeremonienstabs abgebrochen.

Nachdem uns das Original gezeigt wurde mussten wir uns entscheiden, ob wir den Ersatz 3D drucken oder durch Lasercutten herstellen wollten. Da es sich prinzipiell um ein ebenes Werkstück handelte, das bemalt und mit Ziersteinen beklebt werden sollte, entschieden wir uns für das Lasercutten.

Nachdem das Original vermessen worden war, ging es an die Herstellung der Schneidpfade. Wie in unserem Labor üblich geschah dies mit der Software Inkscape. Der umhüllende Rahmen war relativ schnell erstellt, lediglich das Verbinden der einzelnen geometrischen Figuren durch Anwenden von boolschen Operationen nahm etwas Zeit in Anspruch, da im Internet erst einige Erklärungen gefunden werden mussten.

Die unter dafont.com gefundene Schriftart, die dem Original sehr ähnlich kommt, wurde in Inkscape eingebunden und der zu schneidende Text in einen Pfad konvertiert. Anschließend kam der wirklich zeitintensive Arbeitsschritt: die die Überlappungen der Pfade der einzelnen Buchstaben mussten entfernt und die Buchstaben mit dem Rahmen verbunden werden. Hier war Detailarbeit gefragt: Pfade auftrennen, neue Punkte setzen, Tangenten angleichen und neue Pfade schließen bis sauber zu schneidende Einzelpfade entstanden waren. Die Scheidarbeit aus 3 mm starkem Fichtensperrholz erledigte der Lasercutter dann in ein paar Minuten.

Um das Werkstück oben auf dem Stab fixieren zu können wurde vorab entschieden, eine Bodenplatte mit anzufertigen, in die das Logo eingesteckt und verklebt werden kann und die ihrerseits mit dem Zeremonienstab verschraubt werden kann. Dies ermöglicht auch einen leichten Tausch des Aufbaus, sollte das Emblem erneut versehentlich abgebrochen werden. Die Bodenplatte wurde passgenau konstruiert und eine Bohrung für eine 3 mm  Holzschraube vorgesehen.

Jetzt fehlt nur noch die farbliche Ausgestaltung und das Anbringen der Schmucksteine und einer neuen Karevalssaison ab November steht zumindest aus dieser Richtung nichts mehr im Wege.

Über Wolfgang Lormes

Ich bin Diplomphysiker und Lehrer für Physik und Mathematik am Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasium in Kulmbach. Dort bin ich auch der MINT-Beauftragte, betreue die Robotik AG und das MGF-Lab, bin Fachbetreuer für Physik und Sammlungsleiter sowie der Stahlenschutzbeauftragte und führe eine Junior-Ingenieur-Akademie der Deutsche Telekom Stiftung.

Kommentare sind geschlossen.