HAM Clock

Hier konnten gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: erstens befand sich im Fundus noch ein alter Raspberry Pi der ersten Generation und zweitens fristete dort auch ein 7 Zoll Touch Display aus einem alten Projekt ein Schattendasein. Durch Zufall stießen wir auf die Software HAM Clock (HAM ist die amerikanische Bezeichnung für einen Funkamateur), die sich hervorragend eignet, um den beiden Relikten ein sinnvolles neues Leben einzuhauchen.

Der Amateufunker ist gerade auf Kurzwelle immer an den aktuellen Ausbreitungsbedingungen interessiert. Diese hängen von vielen Faktoren wie Tageszeit am Sende und Empfangsort, Dämmerungszonen, dem geomagnetischen Feld oder der Sonnenaktivität ab. Eine reichhaltig konfigurierbare Übersicht über viele dieser Daten bietet die Software HAM Clock.Die Software ist originär für einen ESP8266 Microcontroller geschrieben, lässt sich aber leicht auf einem Raspbery Pi compillieren. Die Beschreibung hierzu ist auf der Internetseite der HAM Clock zu finden.

Leichte Anfangsschwierigkeiten bei der Umsetzung des Projekts ergaben sich durch die Verwendung des bereits in die Jahre gekommenen Modells des Einplatinencomputers. Beim Einsatz der Modells A und B müssen im Gegensatz zu aktuellen Modellen erst noch ein paar Extraverkabelungen den I2C-Bus betreffend und Softwareeinstellungen vorgenommen werden, die hier und hier nachzulesen sind. 

Nachdem das System anstandslos lief wurde noch ein passender Ständer für das Display gedruckt, den der User tilmansp bei thingiverse veröffentlicht hat. Druckzeit hierfür waren rund 17 Stunden. Nach dem Entfernen der Stützstrukturen passte das Display wie angegossen. Da das alte Modell des Raspberry Pi noch nicht die passenden Bohrungen für die direkte Befestigung auf dem Displaytreiberboard hat, liegt der RasPi in seinem Gehäuse neben dem Display.Ein Artikel der Funkerzeitschrift QST zur HAM Clock findet sich hier.

Über Wolfgang Lormes

Ich bin Diplomphysiker und Lehrer für Physik und Mathematik am Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasium in Kulmbach. Dort bin ich auch der MINT-Beauftragte, betreue die Robotik AG und das MGF-Lab, bin Fachbetreuer für Physik und Sammlungsleiter sowie der Stahlenschutzbeauftragte und führe eine Junior-Ingenieur-Akademie der Deutsche Telekom Stiftung.

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