Maker vs Virus (update 24.4.)

Als wir von Frau Windfelder hörten, dass es die Initiative Maker vs Virus gibt, bei der Freiwillige Schutzausrüstung oder Ersatzteile für Menschen in Not herstellen, war es für uns klar, dass wir hier mit unserer Ausrüstung im MGF-Lab helfen wollen.

Und so laufen seit kurzem unsere 3D-Drucker auf Hochtouren, um damit Gesichtsschutze herzustellen.

Die Vorlagen der aktuell von uns produzierten Modelle gibt es bei thingiverse und PrusaPrinters Andere Modellvarianten testen wir aktuell auch. Glücklicherweise haben zwei unserer Schüler kurz vor der Schulschließung einen unserer neuen Ender 3 bzw. Ender 5 zum fertigbauen mit nach Hause bekommen, auf dem sie nun ebenfalls produzieren.

Die Nachfrage ist groß, so haben uns bereits kurz nach Bekanntgabe unseres Angebots Kulmbacher Zahnärzte, Ärzte und Firmen, der Angestellte im Außendienst ebenfalls Kundenkontakt haben, nach rund 50 faceshields angefragt, Tendenz steigend.

Update 9.4.: Bis heute haben wir 267 Masken produziert und ausgeliefert, 90 Bestellungen sind noch offen.

Update 14.4.: Bis heute haben wir 563 Schilde produziert und ausgeliefert, Tendenz steigend. Ein dankbarer Großabnehmer ist das Klinikum Kulmbach, das bis jetzt rund 200 Faceshields erhalten hat. Auch das Gesundheitsamt Kulmbach konnte mit 58 Faceshields ausgestattet werden, die von dort an Pflegedienste und Arztpraxen weiterverteilt werden.

Aktuell fertigen wir 4 verschiedene Modelle. Bei dem auf den beiden Bildern wird die Din A4 Folie hochkant oder quer durch einen dünnen Schlitz geführt und dadurch eingeklemmt.

Bei den anderen 3 Modellen werden in die Folie mit einem Locher in der Einstellung 888 von beiden Seiten Löcher gestanzt, mit denen die Folie am gedruckten Rahmen eingehängt wird.

Zwei dieser Modelle (3dVerkstan, PrusaPrinters) halten durch einen Klemmbügel am Kopf. Das dritte Modell ist sehr leicht und wird wieder mit einem Haushaltsgummi am Hinterkopf gespannt. Außerdem hat es den charmanten Vorteil, dass es sich gestapelt in unter einer Stunde pro Bügel drucken lässt!

Am umfunktionierten Küchentisch werden die Bügel dann mit den Folien bestückt und warten auf die Auslieferung.

Update 9.4.: Heute haben wir gemeinsam mit dem Klinikum Kulmbach ein weiteres Modell erarbeitet, das den Bedürfnissen der Klinikmitarbeiter/innen und der Hygieneabteilung genügt.

Wir werden die kommenden Tage unsere Produktion steigern. Das gelingt uns einerseits durch die leihweise Bereitstellung von zwei weiteren 3D-Druckern der Ender 3 Serie aus dem privaten Umfeld eines der beteiligten Schüler, andererseits durch eine großzügige Spende der Kulmbacher und Bayreuther Rotarier, durch die wir weitere 4 3D-Drucker aus der Ender 3 Serie anschaffen können um unseren Ausstoß erhöhen zu können. Nicht zu vergessen ist natürlich auch der Lions-Club Bayreuth-Kulmbach, der uns bei der Beschaffung der Verbrauchsmaterialien unterstützt.

Update 14.4.: Das aktuelle Modell das wir für das Klinikum produzieren ist ein redesign des updates vom 9.4.. Nachdem wir festgestellt haben, dass trotz einheitlicher und optimierter Druckereinstellungen die Qualität der unterschiedlichen Produktionsstandorte nicht einheitlich ist, wurde das Design  von 3DVerkstan in der Dicke des Daches angepasst, wobei darauf geachtet wurde keine Hohlräume entstehen zu lassen, in die bei der Tauchbaddesinfektion Desinfektionsmittel laufen könnte. Gleichzeitig wurde auch eine möglichst kurze Druckzeit im Auge behalten. Kurzum, die neuen Schilde sind am Kopf getragen absolut verwindungssteif.

Update 24.4.: Wir haben diese Woche die 1000er Marke in den Auslieferungen geknackt! Und gestern interviewte uns die Deutsche Presseagentur (dpa) zu unserer Unternehmung.

Über Wolfgang Lormes

Ich bin Diplomphysiker und Lehrer für Physik und Mathematik am Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasium in Kulmbach. Dort bin ich auch der MINT-Beauftragte, betreue die Robotik AG und das MGF-Lab, bin Fachbetreuer für Physik und Sammlungsleiter sowie der Stahlenschutzbeauftragte und führe eine Junior-Ingenieur-Akademie der Deutsche Telekom Stiftung.

2 thoughts on “Maker vs Virus (update 24.4.)

  1. Hilfe! Wir haben am Ostermontag, 13.04.2020 zahnärztlichen Notdienst in Bayreuth!!
    Seit Beginn der Corona-Krise gab es für unsere Zahnarztpraxis keine Möglichkeit dringend notwendige Gesichtsschutzvisiere zu besorgen.
    In unserer Praxis sind 2 Behandler und 8 Helferinnen als Stuhlassistenz. Wir wären um jedes Gesichtsschutzvisier wie im NBK abgebildet sehr dankbar.

    • Gerne! Habe per mail geantwortet!
      Für alle Interessierten aus Bayreuth: für kürzere Transportwege ist auch das Fablab in Bayreuth ein Ansprechpartner: info@fablab-bayreuth.de