Ferienzeit – Zeit für einen neuen Drucker

Die Sommerferien lassen einem für Dinge Zeit, die während des Schuljahres oftmals zu kurz kommen. Gut, wenn man sich rechtzeitig mit Material eingedeckt hat und pünktlich am ersten Wochenenden der Ferien mit dem Aufbau des eigenen Ender3X 3D-Druckers beginnen kann!Nachdem Josias schon von seinem Ender3 X in den höchsten Tönen geschwärmt hatte und auch die Beiträge im Internet voll des Lobes von diesem Low-Budget 3D-Drucker waren, hatte ich diesen bereits ein paar Wochen vor Schuljahresende beim Chinahändler des Vertrauens bestellt.

Die Entscheidung zwischen dem Ender3, dem Ender3 X und dem Ender Pro viel auf die X-Variante, nachdem viele Nutzer in Blogs schrieben, dass das Glasdruckbett des X der entscheidende Vorteil sei. Für weit unter 200 Euro kam das Paket mit dem Bausatz des Druckers, dem extra Glasdruckbett und Ersatzdüsen dann pünktlich bei mir zu Hause an.

Der Aufbau gestaltete sich, wie Josias bereits schrieb, weitestgehend problemlos. Das manchmal in Foren zu lesende Wackeln des Rahmens konnte durch frühzeitiges Lockern und erneutes Festziehen der Rahmenschrauben gleich im Vorfeld vermieden werden. Etwas knifflig gestaltete sich die Justierung der Spindelstange für den Z-Motor. Hier mussten 2 Unterlegscheiben hinter dem Schrittmotor angebracht werden um ihn leicht zu kippen, damit die Stange auch wirklich vertikal läuft.   

Als erstes Upgrade wurde auch gleich der beiliegende Filament Feeder durch einen Feeder aus Aluminium ersetzt. Nach insgesamt rund zwei Stunden Aufbauzeit konnte der erste Druck in Angriff genommen werden.

Leider schien es zunächst so, als ob der Drucker die SD-Karte mit den Druckdaten nicht lesen könnte. Erst ein beherzter Druck auf Refresh SD-Card im Menü des Druckers brachte dann die Erlösung und der Versuchsdruck einer Datei auf der SD-Karte in Form eines Hundes startete. Das Ergebnis war überwältigend! Der Drucker braucht sich trotz seines geringen Preises nicht hinter unseren (inzwischen in die Jahre gekommenen) 3D-Drucker des MGF-Lab verstecken!  

Dann ging es ans tunen: diverse Verbesserungen wurden für den Ender 3X gedruckt und angebracht:

  • eine Abdeckung für den Lüftungsschlitz der Elektronik (noch mit unseren Ultimakers gedruckt)
  • Schleppketten gegen das übermäßige Biegen der Leitungen (auch auf einem Ultimaker)
  • Abdeckungen für die Schlitze des Aluprofils um sich das wiederkehrende Aussagen der Schlitze zu sparen (ab jetzt wurde alles auf dem Ender gedruckt)
  • eine Werkzeughalterung
  • eine Befestigung für das schwere und nur gerade so ausreichend befestigte Netzteil
  • eine Schublade für die Lagerung der kleinen Werkzeuge
  • eine Halterung für die Filamentrolle um diese vom ursprünglichen Ort am höchsten Punkt des Druckers zum Standfuß zu bringen, damit die Schwingneigung nachlässt
  • eine kleine Führung für das Filament um es am Anschlagen an der gefetteten z-Spindel zu hindern
  • einen kleinen Aufsatz um leichter erkennen zu können, ob sich der Extrudermotor dreht (hier sieht man ein bisschen stringing, die Drucktemperatur wurde daraufhin wieder verringert)
  • diverse Kabelclips für das Kabelmanagement
  • und eine Halterung zum Anbringen der magnetisch gehaltenen Fühlerlehre für das BedlevelingAlle Upgrades stammen aus den zahlreichen Verbesserungsvorschlägen auf thingiverse.com .

Um die  Laufruhe noch etwas zu verbessern wurden schließlich an allen Motoren sogenannte TL smoother verbaut.

Bisher begeistert der Ender 3X in allen Belangen, so dass wir auch einen Bausatz für das MGf-Lab anschaffen wollen.

Über Wolfgang Lormes

Ich bin Diplomphysiker und Lehrer für Physik und Mathematik am Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasium in Kulmbach. Dort bin ich auch der MINT-Beauftragte, betreue die Robotik AG und das MGF-Lab, bin Fachbetreuer für Physik und Sammlungsleiter sowie der Stahlenschutzbeauftragte und führe eine Junior-Ingenieur-Akademie der Deutsche Telekom Stiftung.

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