E-Longboard

Longboard fahren macht extremst Spaß, wenn da nur nicht immer wieder nervige Berge wären, die man wieder hochfahren müsste. Um hier Abhilfe zu schaffen, haben wir ein Longboard elektrifiziert. Grundlage für unsere Arbeit war ein Artikel der ct:make. Angetrieben wird das Longboard durch zwei leistungsstarke Turnigy Aerodrive SK3-6354-260kv Brushless Outrunner Elektromotoren, die von zwei 150 A Electronic Speed Controllern (ESC) von Aerostar angesteuert werden. Die ESCs selber erhalten die pulsweitenmodulierten Steuerbefehle von einem Receiver, der mit der Track D-Spec TS4G Fernsteuerung im 2,4 GHz Band kommuniziert. Die Stromversorgung der ESCs und der Motoren übernehmen zwei parallel geschaltete ZIPPY Compact 6200mAh 4S 40C LiPo Packs.  Da die ESCs keinen BEC (battery elimination circuit) besitzen, ist auch noch eine batteriegestützte Stromversorgung für den Receiver verbaut.

Das Schaltbild für die Elektrik des Longboards ist recht simpel.

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In der Front des Longboards sitzen die beiden Elektromotoren. Gehalten werden sie von jeweils einer 3D-gedruckten Halterung, die an die Achse des Longboards geklemmt wurde.

IMG_4032Der Antrieb der beiden Räder erfolgt über einen Zahnriemen, der motorseitig mit Zahnrädern aus Aluminium die Drehbewegung der Motoren aufnimmt und sie über ebenfalls 3D-gedruckte große Zahnräder an die Achsen überträgt.

IMG_4031Hier ein Blick auf die Unterseite des Longboards: Im Bild ganz oben sitzt das Batteriefach, direkt darunter der Empfänger. Durch die Verwendung des Batteriefachs ist der Empfänger auch separat an- und ausschaltbar. In der Mitte des Boards befinden sich die beiden ESCs, die LiPos sind gerade abgenommen, werden im Betrieb mit Industrie-Klettbändern zwischen den ESCs und den Motoren angebracht.

Das Longboard selber ist aus der Regal Serie von Ridge mit Rollen von Orangatang, Kegel 80mm, die auf ABEC7 Kugellagern laufen. Die Achse ist eine Caliber II, 44°, 184mm, die von Venom Eliminator Bushings gedämpft wird. Gerade diese härteren Dämpfer kommen den Fahreigenschaften bei höheren Geschwindigkeiten sehr zu Gute!

Nachdem das Elektolongboard fertiggestellt wurde, konnte es auf dem Hartplatz des MGF zum ersten Mal getestet werden. Dabei flößte vor allem die erreichbare Beschleunigung bei den Fahrern Ehrfurcht ein! Nach ein paar bemannten Tests wurde dann ein unbemannter Höchstgeschwindigkeitstest durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass ein halbes Handballfeld nicht genügt, um das Longboard vollständig ausrollen zu lassen. Außerdem zeigte sich, dass es durchaus möglich ist, auf über 50m Entfernung unabsichtlich den Pfosten eines Handballtores mittig zu treffen! Durch das erste Newtonsche Gesetz gaben alle Klettverbindungen nach, so dass die gesamte Elektrik sich nach dem plötzlichen Stopp des Longboards gleichförmig geradlinig weiterbewegte. Auch die Motorhalterungen  brachen und konnten so die Motoren nicht mehr am Weiterflug hindern. Glücklicherweise war der Schaden an den Bauteilen nur klein und so konnte das Elektrolongboard nach erneutem 3D-Drucken der Motorhalterungen und ein paar Lötarbeiten wieder in Betrieb genommen werden. Seitdem gilt für unsere Mädels und Jungs aus dem MGF-Lab:  die Zeiten in denen man ein Longboard lästig anschieben muss sind vorbei. Wie fahren nun elektrisch!


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