Lightpainting mit Arduino

Nachdem im letztjährigen Kurs der Regionalen Begabtenförderung Oberfranken Hannes Näther eine Holzleiste mit einem 1m langen LED-Streifen mit 144 einzeln ansprechbaren RGB-LEDs beklebt hatte, und dazu passend eine Schaltung aus einem Arduino Mega, einem LCD-Display und einem SD-Karten-Leser nach dem Vorschlag des texanischen Fotografen Michael Ross aufgebaut hatte, fanden wir in den Sommerferien endlich Zeit mit unserem inzwischen ehemaligen Schüler und Hobbyfotografen Nicolas Landgraf ein paar Bilder in den Nachthimmel zu zaubern. Beim Lightpainting werden langzeitbelichtete Aufnahmen angefertigt, wobei sich eine Lichtquelle vor dem Objektiv bewegt und so ein Bild auf den “Film” im Foto malt.

LightPainting16Unsere Lichtquelle besteht aus 144 einzeln ansprechbaren RGB-LEDs, die auf einer Holzleiste senkrecht in einer Linie angeordnet sind. Bewegt man nun die Holzeiste horizontal, während die LEDs vom Arduino angesteuert zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Farben leuchten, sollte man durch die Langzeitbelichtung ein 144 Pixel hohes Bild erhalten.LightPainting8

In der vorletzten Ferienwoche Dienstag Vormittag trafen wir uns, um im abgedunkelten Physiksaal ein paar Probeaufnahmen zu machen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie schnell der Lichtleiste bewegt werden muss und wie gut die erzielte Auflösung mit 144 Pixeln sich dann letztendlich auf dem Bild darstellt. Die Ergebnisse haben uns dermaßen begeistert, dass wir noch in der Schule weitere Bilder mit dem Bildbearbeitungsprogramm GIMP aufbereitet haben um gleich noch LightPainting4mehr Aufnahmen machen zu können. Gegen 3 Uhr am Nachmittag haben wir uns dann für den darauf folgenden Tag abends an der Kieswäsch verabredet, um im Halbdunkel auch Aufnahmen mit Hintergrund machen zu können.

Dabei hatte Nicolas die Idee, ein gemaltes Segelschiff auf dem See fahren zu lassen. Nachdem wir einen schönen Ort mit toller Aussicht gefunden hatten, der auch LightPainting14ausreichend Bewegungsfreiheit zuließ, machten wir uns auch gleich ans Werk. Da die Dämmerung schon relativ kurz ausfiel, machte sich nun unsere Erfahrung vom Vortag bezahlt und wir hatten nach nur ein paar Versuchen ein paar außergewöhnliche Bilder im Kasten.

Nicolas hatte für anschließend auch noch die Idee, einen Londoner Doppeldeckerbus auf die Schauerkreuzung zu projizieren. Dort vor Ort mussten wir nach den ersten vielversprechenden Aufnahmen aber feststellen, LightPainting15dass der Bus auf der falschen Straßenseite fährt. Durch die Richtungsänderung beim Bewegen des Lichtstabes konnte dem zwar einfach Abhilfe geschaffen werden, damit die Perspektive auf dem Foto aber stimmig erscheint, mussten noch viele weitere Versuche unternommen werden. Da auf dem Foto auch noch die Lichter des Querverkehrs zu sehen sein sollten musste immer die Rotphase der Ampel abgewartet werden. Und wenn dann gerade kein Auto auf der B85 vor der Ampel wartete, konnte ein weiterer Versuch für das perfekte Bild unternommen werden.

Gegen 22:00 Uhr schließlich ist uns dann eine Aufnahme geglückt, mit der alle zufrieden waren. Jetzt heißt es Daumen drücken für Nicolas, der die schönsten Bilder beim deutschlandweiten Fotowettbewerb “Blende 2018” eingesendet hat. Die Aufnahmen lassen sich im Physiktrakt unserer Schule im Rahmen ein kleinen Ausstellung in voller Pracht bewundern.

Nachtrag: Inzwischen hat sich herausgestellt, dass Nicolas mit dem roten Doppeldeckerbus beim Blende 2018 Photowettbewerb regional einen hervorragenden 3. Platz erreicht hat und sein Photo nun zum Bundesfinale eingereicht wird! Herzlichen Glückwunsch!LightPainting3LightPainting7LightPainting6LightPainting5LightPainting13LightPainting11LightPainting9LightPainting4LightPainting2LightPainting1

Über Wolfgang Lormes

Ich bin Diplomphysiker und Lehrer für Physik und Mathematik am Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasium in Kulmbach. Dort bin ich auch der MINT-Beauftragte, betreue die Robotik AG und das MGF-Lab, bin Fachbetreuer für Physik und Sammlungsleiter sowie der Stahlenschutzbeauftragte und führe eine Junior-Ingenieur-Akademie der Deutsche Telekom Stiftung.

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