{"id":1562,"date":"2019-05-13T20:26:58","date_gmt":"2019-05-13T18:26:58","guid":{"rendered":"http:\/\/mgf-lab.mgf-kulmbach.de\/?p=1562"},"modified":"2019-05-13T20:27:19","modified_gmt":"2019-05-13T18:27:19","slug":"nachbearbeiten-von-3d-drucken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mgf-lab.mgf-kulmbach.de\/index.php\/2019\/05\/13\/nachbearbeiten-von-3d-drucken\/","title":{"rendered":"Nachbearbeiten von 3D-Drucken"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich wollte meinem \u201eenvironmental management device\u201c (TV-B-Gone von <a href=\"https:\/\/www.adafruit.com\/product\/73\">Adafruit <\/a>= Universal-Fernseher-Auschalter) ein sch\u00f6nes Geh\u00e4use geben. Die erste Geh\u00e4usegeneration bestand aus einem nicht nachbearbeiteten 3D-Druck und war zwar robust, aber durch die Rillen des 3D-Druckes nicht wirklich sch\u00f6n anzusehen. Ich suchte also nach einer M\u00f6glichkeit einen 3D-Druck so nachzubearbeiten, dass nicht mehr zu erkennen war das er von einem 3D-Drucker stammt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ABS Dampfgl\u00e4tten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine erste Idee war, das Geh\u00e4use mit ABS-Filament zu drucken. Dieses kann anschlie\u00dfend in einen geschlossenen Container geh\u00e4ngt werden, dessen Boden mit Aceton bedeckt ist. Wenn man nun den Container leicht erw\u00e4rmt (nicht hei\u00df, ca. 20-25 \u00b0C) beginnt das Aceton zu verdunsten. Die D\u00e4mpfe beginnen die Oberfl\u00e4che des Plastiks aufzul\u00f6sen und somit auch zu ebenen. Nach ca. 15-30 Minuten kann der 3D-Druck vorsichtig herausgenommen und f\u00fcr eine Stunde zum Trocknen aufgeh\u00e4ngt werden, damit das Aceton wieder verdunstet und die Oberfl\u00e4che wieder hart wird. In dieser Zeit sollte man darauf achten, dass kein Staub oder Schmutz an den Druck kommt, da diese Verunreinigungen sonst nach dem Trocknen sichtbar sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachteile:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Man muss mit ABS oder Polycarbonat Filamenten drucken, deren beim Drucken entstehenden D\u00e4mpfe giftig sind. Au\u00dferdem sind diese Materialien schwerer zu drucken.<\/li>\n<li>Es entstehen giftige, entflammbare Gase durch das Aceton<\/li>\n<li>Es ist teils schwierig zu kontrollieren wie weit das Gl\u00e4tten schon fortgeschritten ist. Wenn der Druck zu lange den D\u00e4mpfen ausgesetzt ist, k\u00f6nnen Konturen und Details verloren gehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorteile:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>G\u00fcnstig (man braucht nur Aceton und einen Container)<\/li>\n<li>Wenig Aufwand (im Gegensatz zum h\u00e4ndischen Schleifen muss man hier nicht selbst die Arbeit machen)<\/li>\n<li>Sehr glatte Oberfl\u00e4che<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da ich bis jetzt nur PLA drucken kann, habe ich mich nach Ersatzstoffen f\u00fcr Aceton, die auch mit PLA funktionieren, umgesehen. Obwohl es diese auch gibt (Tetrahydrofuran, oder Ethylacetat) und sie auch ohne Regulierungen verkauft werden, haben sie dennoch den Nachteil, dass sie ein ganzes St\u00fcck giftiger sind. Ansonsten sollte der Prozess genau wie bei Aceton und ABS funktionieren. Trotz dieser Nachteile habe ich vor, diese Art der Nachbearbeitung an unserer Schule in Zusammenarbeit mit der Chemie auszuprobieren. Es wird also in Zukunft an dieser Stelle hierzu noch ein Update geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Momentan bleibt also nur das gute alte Schleifpapier \u00fcbrig. In meine Tests hat sich herausgestellt, dass es sich auf jeden Fall lohnt, nass zu schleifen, da so zum einen \u00dcberhitzung\/Verformung des Werkst\u00fcckes ausgeschlossen werden kann und zum anderen auch das abgetragene Material weggeschwemmt wird und so mehr Material abgetragen werden kann, ohne die Poren des Schleifpapiers zu verstopfen. Au\u00dferdem sollte man meiner Meinung nach mit einem relativ groben Schleifpapier anfangen (80er\/100er,) da es sonst sehr lange dauert bis die Rillen des Druckes entfernt worden sind. Dann kann man solange die K\u00f6rnung erh\u00f6hen bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Ich bin nur bis zu einer 400er K\u00f6rnung gegangen, da ich finde, das der \u201egeb\u00fcrstete\u201c Loock mit dem schwarzen Filament sch\u00f6n aussieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um gute Ergebnisse zu erzielen und sich Arbeit zu ersparen, sollte man sich schon beim designen bewusst machen, wie man die Oberfl\u00e4chen schleifen kann. Es empfiehlt sich m\u00f6glichst viele ebenen Fl\u00e4chen zu verwenden und gebogene oder schwierig zu erreichenden Stellen zu meiden. Zwar lassen sich auch diese schleifen, aber gerade Details und \u00c4sthetik k\u00f6nnen durchaus verloren gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1563 aligncenter\" src=\"https:\/\/mgf-lab.mgf-kulmbach.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/WhatsApp-Image-2019-05-11-at-20.32.27-225x300.jpeg\" alt=\"WhatsApp Image 2019-05-11 at 20.32.27\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mgf-lab.mgf-kulmbach.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/WhatsApp-Image-2019-05-11-at-20.32.27-225x300.jpeg 225w, https:\/\/mgf-lab.mgf-kulmbach.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/WhatsApp-Image-2019-05-11-at-20.32.27-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/mgf-lab.mgf-kulmbach.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/WhatsApp-Image-2019-05-11-at-20.32.27.jpeg 1200w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wollte meinem \u201eenvironmental management device\u201c (TV-B-Gone von Adafruit = Universal-Fernseher-Auschalter) ein sch\u00f6nes Geh\u00e4use geben. 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