Internet of Things mit Blynk

Das Internet of Things (IoT) macht auch vor dem MGF-Lab nicht halt. Spätesten seit einige Schüler auf dem letzten Arduino-Day im FabLab Bayreuth den FabFarmer, einen Feuchtigkeitssensor für Pflanzen, der seine Daten über thinger.io per Internet abrufbar macht, gebaut haben, ist das IoT auch bei uns im MGF-Lab ein Thema für die Fortgeschrittenen und wir haben erste Gehversuche diesbezüglich unternommen.

Und so kam es, dass bei der Recherche zum Thema IoT die Software des Kickstarterprojekts “Blynk”  gefunden wurde. Blynk hat gegenüber anderen IoT Lösungen einen entscheidenden Vorteil: erstens ist Blynk kostenlos und quelloffen, so dass sich jeder selber ein Bild davon machen, was mit den gesammelten Daten im Hintergrund tatsächlich passiert oder eben besser nicht, und zweitens hat der Nutzer die Möglichkeit, sich seinen eigenen Blynk-Server zuhause aufzusetzen, womit sichergestellt ist, dass die Daten aus z. B. der Hausautomation nur einem selber gehören und unbefugte Dritte beispielsweise keine Profile über Bewegungsmuster im Haus durch Auswertung der Lichtsteuerung  anlegen können.

Ein kleiner Nachteil von Blynk ist allerdings, dass Daten ausschließlich über mobile Endgeräte, für die es die entsprechende App gibt, angezeigt bzw. Geräte geschaltet werden können. Es gibt also keine Möglichkeit über z.B. das http-Protokoll, die Messwerte auf einem Desktoprechner oder Laptop anzuzeigen oder von dort beispielsweise das Licht im Haus anzuschalten. Da aber heutzutage nahezu jeder ein Handy oder ein Tablet sein eigen nennt, ist dieser Nachteil marginal.

Als erstes Messgerät haben wir einen ESP8266 auf einem Wemos D1 Mini Board eingesetzt, an dem zwei Breakout-Boards mit einem Temperatur- undIoT1 Luftfeuchtigkeitssensor DHT11 und einem Luftdruck- und Temperatursensor BMP280 angeschlossen sind. Die Messwerte werden alle 3s an den hausinternen Blynkserver, den wir auf einem RaspberryPi 3 installiert haben, gesendet. Durch die optisch ansprechend, aber in der Einrichtung trotzdem sehr einfach gehaltene  Blynk-App lassen sich diese Daten wunderbar visualisieren und wenn man möchte, durch entsprechende Portweiterleitungen am Router auch von außerhalb der eigenen Wohnung betrachten. Ebenso einfach lassen sich Lampen, Relais oder Aktoren durch die Blynk-App ein- und ausschalten, was ja Grundlage für die Steuerbarkeit bei  der Hausautomation ist.

Aktuell läuft das System in einem Privathaushalt. Mal sehen, ob unser Schulnetz die Möglichkeit bietet, dieses auch in der Schule umzusetzen. Ein paar Ideen, was man damit gegen Missbrauch Gefeites weil harmlos, implementieren kann, existieren bereits.

 

Über Wolfgang Lormes

Ich bin Diplomphysiker und Lehrer für Physik und Mathematik am Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasium in Kulmbach. Dort bin ich auch der MINT-Beauftragte, betreue die Robotik AG und das MGF-Lab, bin Fachbetreuer für Physik und Sammlungsleiter sowie der Stahlenschutzbeauftragte und führe eine Junior-Ingenieur-Akademie der Deutsche Telekom Stiftung.

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